Kodokan Judo

Die Technik Prinzipien Falltechniken

Die Katas

Prüfungsordnung

Atemi Waza  

Seiwakan Judo Ryu

"Die Schule des sanften Weges im Haus der Kraft und Harmonie"

Das ursprüngliche Judo ist eine von Jigoro Kano entwickelte Synthese und Adaption

von Kampftechniken aus verschiedenen Ju Jutsu Schulen, die in der Gründung des

Kodokans 1882 mündete.

Kano übersetzte "Judo" mit "the way of gentleness", daher lautet die deutsche

Übersetzung meistens "der sanfte Weg".

Die Übersetzungen des "Ju" als Flexibilität oder Nachgiebigkeit und des "Do" mit

Prinzip oder Weg treffen den Kern und das Wesen von Judo jedoch besser und

richtiger.

Seiwakan Judo Ryu

Dieser Judostil richtet sich nach dem KODOKAN vor 1938.

Im Boden arbeiten wir aber auch nach denn Lehren des BJJ.

Unsere Schüler und Meister haben sich in Verschiedenen Turnieren Behauptet.

BJJ, FreeFight, Submission Grappling, Jiu-Jitsu, Allkampf, Allkampf Jitsu usw.

Zwei Prinzipien bestimmen das Training und das Anwenden der Judotechniken: Zum

einen das technische, zum anderen das moralische Prinzip.

Technisches Prinzip (Sei-Ryoku-Zen-Yo)

. Ausnutzen der Bewegung des Gegners und des eigenen Schwungs

. das eigene Gewicht und die eigene Kraft optimal einsetzen

. Anwenden der Hebelgesetze

. Schwachpunkte des Gegners erkennen und nutzen

Zusammenfassend: Erzielen von maximaler Wirkung bei einem minimalen Aufwand

durch optimales Ausnutzen der vorhandenen Energie. Erfolge werden also nicht

durch pure Kraft errungen.

2. Moralisches Prinzip (Ji-Ta-Kyo-Ei)

Das Prinzip "Gegenseitiges Helfen und Verstehen für den wechselseitigen Fortschritt

und das beiderseitige Wohlergehen" macht deutlich, dass Respekt und

Verantwortung gegenüber dem Übungspartner deutlich.

Ohne freiwillige Partner ist Judo nicht möglich. Damit ist man nicht nur für den

eigenen Fortschritt und sein eigenes Wohlergehen verantwortlich, sondern auch für

das seines Gegenübers: Judo ist insbesondere auch ein Erziehungssystem.

Judotechniken können in folgende Gruppen unterteilt werden:

„nage-waza“ Wurftechniken

„katame-waza“ Grifftechniken

„atemi-waza“ (Schlagtechniken)

und die

Kappo und Sappo

( Grundtechniken der ersten Hilfe bei Träumen (das Kappo) )

(Sappo, der Techniken zur Schädigung der lebenswichtigen Körperpunkte)

Voraussetzung für verletzungsfreies Üben der Wurftechniken

sind die Falltechniken (ukemi-waza).

Als Resultat des historischen Umbruchs in Japan und der stärkeren Öffnung des

Landes nach außen entwickelte sich Judo immer mehr zu einer reglementierten

Sportart, in der z. B. Schläge oder Tritte oder andere gefährliche Techniken nicht

mehr zugelassen sind.

Dennoch gehören diese Techniken - wie auch Waffentechniken und

Wiederbelebungstechniken - vom Ursprung des Kodokan Judo dazu: Daher stehen

sich heute Judo als Wettkampfsport und Judo als Kampfkunst gegenüber.

Wurftechniken:

Die Wurftechniken werden wiederum unterteilt in zwei Gruppen:

Tachi-waza:

Bei Techniken der tachi-waza spielt der Einsatz der Hüfte beim Wurf zwar immer eine

Rolle, es wird aber nach dem hauptsächlich eingesetzten Körperteil nochmals

differenziert in Handtechniken (te-waza), Hüfttechniken (koshi-waza) und Bein- oder

Fußtechniken (ashi-waza).

sutemi-waza:

Sutemi-waza sind "Opfertechniken", d. h. der Werfende gibt sein eigenes

Gleichgewicht auf und geht selbst entweder in Rückenlage (ma-sutemi-waza) oder

Seitlage (yoko-sutemi-waza):

Mit der dadurch entstehenden kinetischen Energie wird ein Drehmoment erzeugt mit

dem der Partner geworfen werden kann.

Grifftechniken:

Hier werden drei Bereiche unterteilt:

Haltetechniken (osae-komi-waza),

Hebeltechniken (kansetsu-waza) und

Würgegriffe (shime-waza).

Es gibt Würge- und Hebelgriffe die im Stand angesetzt werden können, die meisten

Techniken werden aber am Boden ausgeführt (ne-waza).

Schlagtechniken:

Hier wird unterschieden in Arm-/Handschläge und Fußstöße: Eine weitere

Untergliederung erfolgt wie bei den Würfen nach den Körperteilen, die die

Wirksamkeit der Technik ausmachen (Ferse, Fußballen, Knie, Ellenbogen, Handkante,

Faust, Fingerspitzen).

Ziel der Techniken der Atemi-waza ist es, den Gegner durch Angriffe mit der Faust,

der Handkante, den Fingerspitzen, den Ellenbogen, den Knien, Fußballen, den Zehen,

der Stirn oder des Hinterkopfes außer Gefecht zu setzen. Es handelt sich dabei um

Selbstverteidigungstechniken.

Bei der Atemi-waza werden besonders lebenswichtige Körperstellen angegriffen,

dazu gehören z.B. die Augen, die Nase, der Solar Plexus oder die Hoden. Ein

kraftvoller Angriff auf diese Körperstellen kann Schmerzen, Bewusstlosigkeit, Koma,

Behinderungen oder sogar den Tod verursachen.

Deshalb werden diese Techniken auch nicht im Randori(Sport-Judo (Übungskampf))

trainiert, den dort kann die Kraft eines solchen Angriffs nicht kontrolliert werden.

Die Atemi-waza wird im Sport-Judo nur innerhalb der Katas geübt, den dort kann

aufgrund des genau vorgeschriebenen Ablaufs die Atemi-waza gefahrlos trainiert

werden.

Im Seiwakan Judo wird die Atemi Waza in Kombination mit dem Kempo-Judo Ryu

Jiu-Jitsu Trainiert. Randori erfolgt bei uns im Leicht-Kontakt. Aber nur um hier bei

denn Gefährlichen Techniken das Verletzungsrisko zu vermindern.

Die klassische Atemi-waza wird in folgende Gruppen eingeteilt:

. Angriffe mit dem Fuß (Ashi-ate), es wird jeweils noch unterschieden, ob mit der

Ferse, dem Ballen oder dem Knie angegriffen wird.

. Angriffe mit dem Arm (Ude-ate), es wird jeweils noch unterschieden, ob mit dem

Ellenbogen, der Faust, den Fingerspitzen oder der Handkante angegriffen wird.

Aber auch der Umgang mit Messer, Stock und Pistole gehörten zur Atemi-waza und

die Dan-Träger am Kodokan musste auch die Verteidigung gegen solche Angriffe

lernen (siehe z.B. Kime-no-Kata und Goshin-Jutsu-no-Kata).

Falltechniken:

Die Fallschule macht einen großen Teil nicht nur des Anfängertrainings aus: Das

richtige Fallen, um Verletzungen bzw. Schmerzen zu vermeiden, wird wieder und

wieder geübt. Judorolle, Rückwärts- bzw. Seitwärts-Falltechniken erlauben die Wucht

des Aufpralls auf die Matte zu verteilen und abzuleiten.

Und wie wird trainiert?

Die drei Haupttrainingsmethoden sind

Kata (Form),

Randori (freies Üben)

und

Shiai (Wettkampf).

Kata sind, wie Wolfgang Hofmann einmal sagte, sozusagen die "Grammatik" des

Judo: Das Üben geschieht nach Absprache mit dem Partner, so dass ein genaues

Studium von Techniken möglich ist.

Im Randori können die geübten Techniken im "spielerischen" Kampf, also ohne dass

Sieg oder Niederlage von Bedeutung sind, angewendet werden.

Demgegenüber steht der Wettkampf, das Shiai, bei dem es um den Sieg geht.

Kappo und Sappo sind keine Bestandteile der Judo-Techniken, sollen aber hier

trotzdem erwähnt werden, da jeder Dan-Träger am Kodokan verpflichtet war, die

Grundtechniken der ersten Hilfe bei Träumen (das Kappo) zu lernen.

Es handelt sich dabei um Techniken der Akupressur (teilweise auch Akkupunktur),

die von den Lehren der alten Jujutsu-Schulen weitergeben und entwickelt wurden.

Durch Druck auf bestimmte stellen im Bereich des Brustkorbes kann zum Beispiel ein

Mensch aus dem Schockzustand (hervorgerufen durch Sauerstoffmangel) befreit

werden.

Die Verfahren des Kappo, also der sensiblen Körperpunkte, nach Auf|fassung der

chinesischen Medizin, wurden nur vom Leiter der Jujutsu-Schule an den besten

Schüler weitergegeben, den das Erlernen des Kappo brachte auch immer ein

Erlernen des Sappo, der Techniken zur Schädigung der lebenswichtigen

Körperpunkte mit sich.

Deshalb forderte Kano, da nur Sportlern höherer Ränge, die bereits bemerkenswerte

Erfolge der geistigen Selbstvervollkomnung erzielt haben, die Techniken des Kappo

gelehrt werden.

Dies kann nur ein kurzer Anriss über die Sportart Judo sein: Die Vielschichtigkeit

dieser Sportart kann jeder nur auf seinem "do" - seinem eigenen Weg - erfahren und

erleben. Es lohnt sich allemal!

Seiwakan Judo Ryu

"Die Schule des sanften Weges im Haus der Kraft und Harmonie"

Dietmar Großkinsky

3 Dan Seiwakan Judo Ryu

3. Dan ATS

3. Dan Kempo Judo

Gründer der Iller-Dragons

Aug11