Die verschiedenen Techniken

a)Niederwürfe: Nage-waza

Das Prinzip des Werfens

Zuerst erfolgt je nach geplanter Wurftechnik das entsprechende Fassen (Kumi-Kata [siehe Gliederungspunkt 4]). Anschließend muss das Gleichgewicht (Kuzushi [siehe Gliederungspunkt 3]) richtig gebrochen werden. Kommt der Partner dadurch in eine labile Stellung erfolgt mit einer Körperdrehung (Tai-sabaki) oder einem Nachstellschritt (Tsugi-ashi) der Eingang (Tsukuri) in die Wurftechnik. Besonders wichtig beim Eindrehen ist dabei die vorgeschobene Hüfte, die kraftvoll unterhalb des gegnerischen Schwerpunkt angesetzt wird. Mit der abschließenden Phase des Werfens (Kake) sollte die Kontrolle des Gegners bis in die Bodenlage erhalten bleiben

Die folgenden 40 Würfe sind in der „Gokyo-no-kaisetsu“ erfasst, welche noch heute als Grundlage für Gürtelprüfungen und als Schema für die Ausbildung vom Schüler zum Meister gilt.

Dies sind jedoch noch nicht alle Würfe, da es noch viele andere außerhalb der „Gokyo“ gibt

Te-waza (Schulter-, Hand- u. Armwürfe)

Seoi-nage =Schulterwurf

Tai-otoshi = Körpersturz

Kata-guruma = Schulterrad

Uki-otoshi = Schwebe-Handzug

Sumi-otoshi = Eckensturz

Sukui-nage =Schaufelwurf

Ushiro-goshi = Hüftgegenwurf

Koshi-waza (Hüftwürfe)

Uki-goshi = Hüftschwung

O-goshi = großer Hüftwurf

Tsuri-komi-goshi = Hebezug-Hüftwurf

Koshi-guruma = Hüftrad

Harai-goshi = Hüftfegen

Hane-goshi = Springhüftwurf

Tsuri-goshi = Hüftzug

Utsuri-goshi = Wechselhüftwurf

O-guruma = großes Rad

Ashi-waza (Fuß- u. Beinwürfe)

O-soto-gari = große Außensichel

O-uchi-gari = große Innensichel

De-ashi-barai = Fußfegen

Hiza-guruma = Knierad

Sasae-tsuri-komi-ashi = Hebezug-Fußhalten

Ko-soto-gari = kleine Außensichel

Ko-uchi-gari = kleine Innensichel

Okuri-ashi-barai = Fußnachfegen

Ko-soto-gake = kleines Einhängen

Harai-tsuri-komi-ashi = Hebezug-Fußfegen

Ashi-guruma = Beinrad

O-soto-guruma = großes Außenrad

Uchi-mata = Schenkelwurf

Ma-Sutemi-waza (Körperwürfe durch die Rückenlage)

Tomoe-nage = Kopfschwungrad

Sumi-gaeshi = Eckenwurf

Ura-nage = Rückwurf

Yoko-Sutemi-waza (Körperwürfe durch die Seitenlage)

Yoko-otoshi = Seitfallzug

Hane-maki-komi = Springdrehwurf

Soto-maki-komi = Außendrehwurf

Tani-otoshi = Talfallzug

Uki-waza = Rückfallzug

Yoko-guruma = Seitenrad

Yoko-wakare = Seitenriss

Yoko-gake = Seitfallzug

Die Vielzahl der Würfe kann man am Beispiel der Wurfvarianten des Seoi-nages erkennen:

Morote-Seoi-nage

Fumi-komi-Seoi-nage

Sode-Seoi-nage

Eri-Seoi-nage

Seoi-otoshi

Seoi-nage

Koga-seoi-nage

b) Schlüsselgriffe: Katame-waza

Haltegriffe: Osae-komi-waza

Das Prinzip der Haltetechnik

Das Prinzip der Haltetechnik besteht darin, den Gegner zu kontrollieren, während dieser mit dem Rücken, mit einer Schulter oder mit beiden Schultern die Matte berührt. Diese Kontrolle kann von oben, von hinten und von der Seite ausgeführt werden. Es darf jedoch kein Bein des Kämpfers, der den Haltegriff ausführt durch ein Bein des Gegners kontrolliert werden. Kurz gefasst müssen mindestens 3 Körperpunkte unbeweglich gemacht werden.

Dies sind die wichtigsten Haltegriffe:

Kesa-gatame (neben dem Gegner auf der Seite liegend)

Kesa-gatame = Schärpe

Kata-gatame = Schulterschärpe

Gyaku-gesa-gatame = umgekehrte Schärpe

Kuzure-gesa-gatame = Armschärpe

Yoko-shiho-gatame (neben dem Gegner auf dem Bauch liegend)

Yoko-shiho-gatame = Seitvierer

Mune-gatame = Armseitvierer

Kata-osae-gatame = umgekehrte Schulterschärpe

Kuzure-yoko-shiho-gatame = Kopfseitvierer

Kami-shiho-gatame (hinter dem Gegner auf dem Bauch liegend)

Kami-shiho-gatame = oberer Vierer

Kuzure-kami-shiho-gatame = Lockerer oberer Vierer

Ura-shiho-gatame = oberer Armvierer

Kami-sankaku-gatame = oberer Reitvierer

Tate-shiho-gatame (über dem Gegner liegend)

Tate-shiho-gatame = Reitvierer

Kuzure-tate-shiho-gatame = gelockerter Reitvierer

Tate-sankaku-gatame = Klammer-Reitvierer

Uki-gatame = Knievierer

Hebelgriffe: Kansetsu-waza

Das Prinzip der Hebeltechnik

Mit Hilfe der Hebelgriffe soll der unter Kontrolle gehaltene Gegner zur Aufgabe gezwungen werden. Im Wettkampf sind nur Hebeltechniken erlaubt, welche am Ellbogen oder der Schulter wirksam sind. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Entweder kann der gestreckte Arm im Ellbogengelenk überstreckt werden oder der gebeugte Arm im Ellbogengelenk verdreht werden.

Dies sind die wichtigsten Hebelgriffe:

Ude-garami-waza (Beugehebel):

Ude-garami (Ukes gebeugten Arm hebeln)

Ude-garami = Armbeugehebel, u. a. aus dem Kniestand

Kesa-garami = Schärpenbeugehebel

Gyaku-ude-garami = umgekehrter Armbeugehebel

Gyaku-kesa-garami = umgekehrter Schärpenbeugehebel

Mune-garami = Beugehebel aus dem Seitvierer

Ude-hishigi-waza (Streckhebel):

Juji-gatame (den zwischen den Beinen befindlichen Arm über die Leiste hebeln)

Juji-gatame = Leistenstreckhebel

Othen-gatame = Seitstreckhebel

Gyaku-juji-gatame = umgekehrter Leistenstreckhebel

Kami-juji-gatame = oberer Leistenstreckhebel

Ude-gatame (mit beiden Händen auf Arm oder Ellbogen drückend hebeln)

Ude-gatame = Drehstreckhebel

Hizi-maki-komi = Drehstreckhebel aus dem Stand

Gyaku-ude-gatame = umgekehrter Drehstreckhebel

Ashi-gatame (mit Hilfe von Bein oder Arm hebeln)

Ashi-gatame = Sitzstreckhebel

Hiza-gatame = Kniestreckhebel

Yoko-hiza-gatame = Leistenstreckhebel a. d. Kniestand

Kami-hiza-gatame = Leistenstreckhebel a. d. Reitsitz

Hara-gatame (mit dem Bauch oder der Körpervorderseite hebeln)

Hara-gatame = Bauchstreckhebel

Gyaku-hara-gatame = umgekehrter Bauchstreckhebel

Waki-gatame (mit einer Körperseite oder der Achsel

Waki-gatame = Achselstreckhebel

Gyaku-waki-gatame = umgekehrter Achselstreckhebel

Kannuki-gatame (den Arm mit den Unterarmen verriegeln und hebeln)

Kannuki-gatame = Riegelstreckhebel

Gyaku-kannuki-gatame = umgekehrter Riegelstreckhebel

Kami-shiho-kannuki-gatame = oberer Riegelstreckhebel

Würgegriffe: Shime-waza

Das Prinzip der Würgetechnik:

Ziel der Würgegriffe ist es den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Dabei wird mit Hilfe des Judogis oder des Armes auf Höhe des Kehlkopfes die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen, was im Extremfall zu kurzer Bewusstlosigkeit führen kann. Der Gegner muss dabei am Boden kontrolliert werden.

Hier die wichtigsten Würgegriffe:

Juji-jime (mit beiden Händen unter Kreuzen der Unterarme würgen [Kreuzwürgen]

Nami-juji-jime = Ristkreuzwürgen

Gyaku-juji-jime = Kammkreuzwürgen

Kata-juji-jime = Mischkreuzwürgen

Tomoe-jime = Kreiswürgen

Sode-guruma = Ärmelradwürgen

Okuri-eri-jime (durch Zuziehen des Kragens würgen)

Okuri-eri-jime = Kragenwürgen

Gyaku-okuri-eri-jime = umgekehrtes Kragenwürgen

Kata-ha-jime (Würgen unter Festlegung von Arm bzw. Schulter)

Kata-ha-jime = hinteres Schulterwürgen

Kaeshi-jime = Sturzbankwürgen

Gyaku-kaeshi-jime = umgekehrtes Sturzbankwürgen

Othen-jime = Rollbankwürgen

Hadaka-jime (ohne Hilfe des Judogi würgen)

Hadaka-jime = freies Schränkwürgen

Ushiro-jime = freies Würgen

Sankaku-jime = Dreieckswürgegriff

Ryote-jime (die Revers greifen und würgen [Parallelgriffwürgen])

Ryote-jime = Doppelristwürgen

Maki-komi-jime = Drehwürgegriff

Kata-te-jime (hauptsächlich mit einer Hand würgen)

Kata-te-jime = Einhandwürgen

Tsuki-komi-jime = Stützwürgen

Ebi-jime = Krebskreuzwürgen

Ashi-jime (mit Hilfe des Beins würgen)

Kata-jime = Knieschulterwürgen

Ashi-jime = Beinhalsschere

Kagato-jime = Fußwürgen

Kensui-jime = Fallristwürgen

Kami-shiho-ashi-jime = oberes Beinwürgen